ERSTGESPRÄCH
Im ausführlichen Erstgespräch wird eine umfassende Anamnese erhoben. Dabei geht es darum, die aktuellen Symptome, ihre bisherige Entwicklung, mögliche Belastungsfaktoren sowie die psychosoziale Situation des Kindes oder Jugendlichen möglichst genau und ganzheitlich zu erfassen. Dieser erste Kontakt dient jedoch nicht nur dem Sammeln von Fakten und Informationen. Ebenso wichtig ist es mir, das Kind oder den Jugendlichen und seine Bezugspersonen in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Atmosphäre kennenzulernen. Ziel ist es, ein erstes gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, was belastet, was bereits hilfreich war und welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten. Dabei stehen sowohl die fachlich präzise Einschätzung als auch ein menschlicher, respektvoller Zugang im Mittelpunkt. Kinder und Jugendliche sollen sich nicht auf ihre Schwierigkeiten reduziert fühlen, sondern mit ihrer Persönlichkeit, ihren Stärken, ihrem Umfeld und ihrer individuellen Entwicklung gesehen werden.
WEITERFÜHRENDE DIAGNOSTIK UND VERNETZUNG MIT ANDEREN PARTNERN
Bei der klinisch-psychiatrischen Diagnostik geht es zunächst darum, das Kind oder den Jugendlichen in seiner gesamten Situation zu verstehen. Im Mittelpunkt stehen nicht nur einzelne Symptome, sondern auch die persönliche Entwicklung, das familiäre Umfeld, schulische Belastungen, Beziehungen zu Gleichaltrigen und die Frage, wie das Kind selbst seine Schwierigkeiten erlebt.
Im nächsten Schritt entsteht aus diesen Eindrücken eine erste fachliche Einschätzung oder diagnostische Hypothese. Dabei wird geprüft, ob die beobachteten und geschilderten Beschwerden zu einem bestimmten Störungsbild passen. Manchmal zeigen sich klinische Symptome so deutlich, dass bereits früh eine Diagnose gestellt werden kann. Häufig braucht es jedoch Zeit, mehrere Gespräche und eine sorgfältige Abklärung, weil Kinder und Jugendliche ihre Belastungen oft anders ausdrücken als Erwachsene.
Wichtig ist mir dabei, die Diagnose nicht als Etikett zu verstehen, sondern als Orientierungshilfe. Sie soll helfen, die Schwierigkeiten besser einzuordnen, passende Unterstützung zu planen und gemeinsam mit dem Kind, den Eltern und dem Umfeld nächste sinnvolle Schritte zu entwickeln. Eine gute Diagnostik bleibt dabei respektvoll, offen und menschlich: Sie sieht nicht nur die Erkrankung, sondern vor allem das Kind mit seinen Stärken, Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten
Manchmal ist es sinnvoll, eine klinisch-psychologische Diagnostik zu veranlassen oder eine apparative Diagnostik (EEG, MR), Blutuntersuchung und EKG durchzuführen.
Regelmäßig erfolgt eine Vernetzung mit anderen wichtigen Partnern wie z. B. Klinik, Therapeuten (Psychotherapie, Psychologie; Sozialpädagogik
der Kinder- und Jugendhilfe bzw. mit dem Betreuungssystem in der Familie oder Wohngruppen oder der Ausbildungsstelle (Schule, Lehrstelle), je nach aktueller Fragestellung. Alles erfolgt selbstverständlich in enger Absprache mit meinen Patienten und den Obsorgeberechtigten.
BEHANDLUNGSPLANUNG/BERATUNG UND MEDIKATION
In einem weiteren Schritt kann es sinnvoll sein, zusätzliche therapeutische Angebote einzubeziehen. Je nach Bedarf des Kindes oder Jugendlichen kann eine Überweisung oder Empfehlung zu anderen Fachpersonen erfolgen, beispielsweise in die Heilpädagogik, Ergotherapie, Physiotherapie, Ernährungsberatung oder zu tiergestützten Therapieangeboten. Ziel ist es, die Behandlung möglichst individuell abzustimmen und das Kind in seiner Entwicklung ganzheitlich zu unterstützen.
In meiner Arbeit besteht ein enger Bezug zur Psychotherapie, da sich psychotherapeutische Behandlungen bei vielen kinder- und jugendpsychiatrischen Fragestellungen als sehr hilfreich und wirksam erwiesen haben – in manchen Fällen auch in Kombination mit einer medikamentösen Therapie. In meiner Rolle als Facharzt liegt mein Schwerpunkt jedoch auf der medizinisch-psychiatrischen Abklärung, Diagnostik und Behandlungsplanung. Klassische psychotherapeutische Sitzungen im engeren Sinn finden dabei nicht statt.
Gleichzeitig ist meine ärztliche Arbeit von einer psychotherapeutisch orientierten Haltung geprägt. Das bedeutet, dass ich neben einer präzisen klinisch-psychiatrischen Diagnostik auch das persönliche Erleben, die Entwicklungsgeschichte und das familiäre sowie soziale Umfeld des Kindes oder Jugendlichen berücksichtige. Mir ist wichtig, Symptome fachlich genau einzuordnen, ohne dabei den Menschen dahinter aus dem Blick zu verlieren.
So entsteht eine Verbindung aus sorgfältiger Diagnostik, medizinischer Verantwortung und einem verstehenden, beziehungsorientierten Zugang. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Kind oder Jugendlichen und den Eltern eine fundierte Einschätzung zu gewinnen und daraus sinnvolle, individuell passende nächste Schritte abzuleiten.
Auch eine Elternberatung bzw. Beratung der Bezugspersonen biete ich gerne an.
Eine medikamentöse Behandlung kann in manchen Situationen sinnvoll oder notwendig sein, um bestimmte Symptome zu lindern und die Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen zu unterstützen. Gerade zu diesem Thema bestehen jedoch häufig Unsicherheiten, Vorbehalte und auch viele Mythen.
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehen wir mit Medikamenten sehr vorsichtig, verantwortungsvoll und gut überlegt um. Meine grundsätzliche Haltung lautet dabei: So wenig wie möglich, so viel wie notwendig. Eine medikamentöse Behandlung kommt für mich nur dann infrage, wenn sie fachlich sinnvoll erscheint und wenn ihr möglicher Nutzen die möglichen Risiken klar überwiegt.
Wichtig ist mir außerdem, dass Medikamente nie isoliert betrachtet werden. Sie sind, wenn sie eingesetzt werden, meist nur ein Baustein innerhalb eines umfassenderen Behandlungsplans. Dazu können beispielsweise Beratung, Psychotherapie, Elternarbeit, schulische Unterstützung, Ergotherapie, Heilpädagogik oder andere therapeutische Schritte gehören.
Ganz wesentlich ist: Es gibt keine Pflicht, Medikamente einzunehmen. Eine medikamentöse Behandlung wird immer gemeinsam besprochen und entschieden. Auch wenn sich ein Kind, ein Jugendlicher oder die Eltern gegen eine Medikation entscheiden, bedeutet das nicht, dass keine Behandlung bei mir möglich ist.
Ich nehme mir gerne Zeit, um Fragen, Sorgen, Vorbehalte und mögliche Fehlinformationen offen zu besprechen. Ziel ist es, jungen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen eine möglichst klare und verlässliche Entscheidungsgrundlage zu geben — ohne Druck, aber mit fachlicher Genauigkeit und ehrlicher Aufklärung
FOLGETERMINE
Wenn eine weitere fachärztliche Behandlung notwendig oder gewünscht ist, werden in regelmäßigen Abständen Folgetermine vereinbart. Diese Termine dienen dazu, den bisherigen Verlauf aufmerksam zu begleiten, Veränderungen wahrzunehmen und gemeinsam zu besprechen, ob Anpassungen oder weitere Schritte sinnvoll sind. Dabei kann es je nach Situation um die Entwicklung der Symptome, den Umgang mit Belastungen im Alltag, schulische oder familiäre Themen, therapeutische Maßnahmen oder auch um eine medikamentöse Behandlung gehen. Wichtig ist mir, dass die Behandlung nicht starr verläuft, sondern immer wieder an die aktuelle Situation des Kindes oder Jugendlichen angepasst wird. Ein zentrales Anliegen ist mir dabei die Zusammenarbeit im Team: mit dem Kind oder Jugendlichen, den Eltern beziehungsweise Bezugspersonen und, wenn sinnvoll, auch mit weiteren beteiligten Fachpersonen. Ich verstehe meine Rolle als fachärztlicher Begleiter, der medizinisch-psychiatrische Kompetenz einbringt, Orientierung gibt und gemeinsam mit allen Beteiligten auf Augenhöhe nach passenden Lösungen sucht.
Einige Vorstellungsgründe
- Neurodivergenz: ADHS, feminine ADHS, AuDHD (Fokus auf Behandlung)
- Autismusspektrumsstörung mit Focus auf psychiatrischen Begleitsymptomen z.b. bei geistiger Beeinträchtigung
- Depression, Selbstverletzung, Suizidgedanken
- Stimmen hören, Halluzinationen, psychotische Symptome, Schizophrenie
- Bipolar-affektive Störungen(„manisch-depressive Störung“)
- Schwierigkeiten mit aggressiv-impulsivem Verhalten, Störung des Sozialverhaltens
- Kinder und Jugendliche mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung und psychiatrischen Begleitsymptomen
- Emotionale Störungen des Kindes- und Jugendalters
(z.B. Mutismus, Schulvermeidung) - Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen
- Nichtorganische Schlafstörungen
- „Entwicklungskrisen“, Reaktion auf belastende Umstände aufgrund großer Veränderungen (Trennung der Eltern, Verlust einer wichtigen Bezugsperson), ausgeprägte Anpassungsstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung (frühkindliche-)Traumatisierungen, Bindungsstörungen Traumafolgestörungen
- Dissoziative Störungen
- Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
- (problematischer) Substanzkonsum (meist als Versuch der Selbstbehandlung)
- Frühkindliche Regulationsstörungen (z. B. Schlafstörungen)
- Kleinkindpsychiatrie
- Psychosomatische Beschwerden
- Essstörungen
Was ich nicht anbiete.
- Im Rahmen gerichtlicher Verfahren, etwa bei Scheidungen oder Obsorgeverfahren, erstelle ich keine Gutachten oder Stellungnahmen. Mein Auftrag liegt ausschließlich in der Behandlung.